Glücksspiel kann Freude machen, aber auch zur Belastung werden. Auf dieser Seite zeigen wir, wie Sie verantwortungsvoll spielen, worauf Sie bei sich selbst und anderen achten sollten, welche Schutzwerkzeuge Online-Casinos bieten und wo es in Deutschland, Österreich und der Schweiz kostenlose, seriöse Hilfe gibt.
Grundregeln für verantwortungsvolles Spielen
Die grundlegenden Empfehlungen von Suchtberatungsstellen im deutschsprachigen Raum lassen sich knapp zusammenfassen:
- Spielen Sie nur mit Geld, das Sie sich leisten können zu verlieren. Glücksspiel ist Unterhaltung, keine Einkommensquelle und keine Investition.
- Setzen Sie sich vor dem Spielen ein Zeit- und Budgetlimit. Halten Sie sich an das Limit — auch wenn eine Gewinnserie verlockend aussieht.
- Spielen Sie nicht unter dem Einfluss von Alkohol oder Medikamenten. Urteilsvermögen und Impulskontrolle werden dadurch beeinträchtigt.
- Spielen Sie nicht, wenn Sie wütend, traurig oder gestresst sind. Glücksspiel als Ablenkung von Emotionen ist einer der häufigsten Einstiege in problematisches Verhalten.
- Jagen Sie keine Verluste. Der Wunsch, Verluste schnell wettzumachen, führt statistisch zu größeren Verlusten.
- Machen Sie Pausen. Ein Tag, eine Woche oder ein Monat ohne Glücksspiel hilft, den Bezug zur Realität zu behalten.
Warnzeichen für problematisches Spielverhalten
Problematisches Glücksspiel entwickelt sich schleichend. Die folgenden Warnzeichen haben die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und andere Fachstellen als Indikatoren identifiziert:
- Sie spielen länger oder höher, als Sie ursprünglich geplant hatten.
- Sie verheimlichen Ihr Spielverhalten vor Familie oder Freunden.
- Sie leihen sich Geld für Glücksspiele oder verschulden sich dafür.
- Sie versuchen, Verluste zurückzugewinnen, und setzen dabei immer höhere Beträge ein.
- Sie vernachlässigen Arbeit, Studium, Familie oder Hobbys zugunsten des Spielens.
- Sie fühlen sich unruhig oder gereizt, wenn Sie nicht spielen können.
- Sie haben schon mehrfach erfolglos versucht, Ihr Spielverhalten zu reduzieren oder aufzugeben.
Wenn Sie drei oder mehr dieser Punkte bei sich bemerken, empfehlen wir dringend den Kontakt zu einer Beratungsstelle. Der erste Schritt ist der schwerste — er ist aber auch der wichtigste.
Hilfsangebote in Deutschland
BZgA – Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Die BZgA betreibt eine bundesweite, kostenlose und anonyme Telefonberatung zu Fragen rund um Glücksspiel und Spielsucht.
Telefon: 0800 1 372 700 (kostenlos aus dem deutschen Fest- und Mobilfunknetz)
Erreichbarkeit: Montag bis Donnerstag 10 bis 22 Uhr, Freitag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
Webseite: bzga.de
check-dein-spiel.de
Ein Online-Angebot der BZgA, das einen anonymen Selbsttest, Informationen und ein moderiertes Forum für Betroffene und Angehörige anbietet.
Webseite: check-dein-spiel.de
Spielen mit Verantwortung
Die Informationsplattform der BZgA bietet Selbsttests, eine Rückrufoption für persönliche Beratung und Kontaktdaten zu regionalen Suchtberatungsstellen.
Webseite: spielen-mit-verantwortung.de
Hilfsangebote in Österreich und der Schweiz
In Österreich ist die Anonyme Spieler (www.anonyme-spieler.at) eine zentrale Anlaufstelle. Das Spielsuchthilfe-Telefon ist unter 01 544 13 57 erreichbar. In der Schweiz bietet Sucht Schweiz (suchtschweiz.ch) eine kostenlose, mehrsprachige Beratung sowie das nationale Angebot unter spielen-ohne-sucht.ch.
Schutzwerkzeuge bei Online-Casinos
Seriöse Online-Casinos bieten mehrere Werkzeuge zur Selbstkontrolle, die Sie im Kontobereich aktivieren können:
- Einzahlungslimits — Tages-, Wochen- und Monatsgrenzen für Ihre Einzahlungen.
- Einsatzlimits — maximale Beträge pro Dreh oder pro Wettschein.
- Verlustlimits — automatische Sperrung, wenn ein festgelegter Verlustbetrag erreicht ist.
- Zeitlimits — maximale Spieldauer pro Session oder pro Tag.
- Session-Erinnerungen — automatische Hinweise nach einer bestimmten Spielzeit.
- Realitätscheck — regelmäßige Pop-ups, die Sie an die verstrichene Zeit erinnern.
- Selbstausschluss — temporäre (24 Stunden, 7 Tage) oder dauerhafte Kontosperrung. Ein einmal aktivierter dauerhafter Ausschluss kann nicht rückgängig gemacht werden.
Diese Werkzeuge finden Sie bei fast allen Online-Casinos im Kontobereich unter „Sicherheit", „Limits" oder „Verantwortungsvoll spielen". Die Aktivierung dauert wenige Klicks. Nutzen Sie sie vorbeugend, bevor ein Problem entsteht.
Für Angehörige
Wenn ein Familienmitglied oder Freund ein Glücksspielproblem haben könnte, sind Sie mit der Situation oft überfordert. Einige Empfehlungen:
- Suchen Sie selbst eine Beratungsstelle auf — die BZgA bietet spezielle Angebote für Angehörige.
- Übernehmen Sie keine Schulden der betroffenen Person — das verschärft oft das Problem.
- Reden Sie offen, ohne Vorwürfe. Der Betroffene ist sich des Problems meist bewusst.
- Ermutigen Sie zu professioneller Hilfe, aber drängen Sie nicht zu bestimmten Schritten.
- Schützen Sie Ihre eigenen Finanzen — sperren Sie gemeinsame Konten, falls nötig.
Mindestalter und rechtliche Hinweise
In Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt das gesetzliche Mindestalter für Glücksspiel bei 18 Jahren. Kein Online-Casino darf Konten für Minderjährige eröffnen oder akzeptieren. Identitätsprüfungen und Altersverifikation sind Pflicht. Eltern sollten darüber hinaus technische Jugendschutzfilter auf Geräten einsetzen, die auch von Kindern oder Jugendlichen genutzt werden.
Die hier genannten Hilfsangebote sind kostenlos, vertraulich und anonym. Sie können sich jederzeit melden — nicht erst, wenn eine Krise entstanden ist. Präventive Beratung ist ausdrücklich möglich und willkommen.